Pokémon-Go eine Gefahr für den Straßenverkehr?

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Pokémon-Go eine Gefahr für den Straßenverkehr?

Das Handy-Spiel Pokémon Go erfreut sich zurzeit ungeheurer Beliebtheit. Es wurde bereits mehrere Millionen Male heruntergeladen (Stand: 15. Juli 2016) und wird von Kindern genauso gespielt wie von Erwachsenen. Auf Deutschlands Straßen scheint sich gerade ein neuer Anblick fest zu etablieren: Menschengruppen, die gemeinsam durch die Straßen schlendern und alle mit gesenktem Kopf auf ihr Smartphone starren. Bei Pokémon Go werden auf einer virtuellen Karte die berühmten Monster ausfindig gemacht, um sie dann zu fangen. Dabei werden die Monster auf dem Handybildschirm direkt in die gefilmte Umgebung projiziert, was den Eindruck erweckt, dass die Monster sich in der realen Welt befinden. Die Technik nennt sich augmented reality, also so viel wie „erweiterte Realität“.

Der ADAC warnt, dass das Spielen im Freien auch gefährlich sein kann. Kinder könnten durch das Spiel so abgelenkt sein, dass sie den Straßenverkehr kaum noch wahrnehmen oder zu spät auf gefährliche Situationen reagieren. Es kam bereits zu Unfällen, bei denen Personen eine befahrene Straße überquerten, ohne auf heranfahrende Autos zu achten.

Eine große Gefahr geht auch von Fahrern aus, die das Spiel während der Fahrt nutzen, z.B. beim Auto- oder Motorradfahren. Die Nutzung des Mobiltelefons während der Fahrt ist ohnehin schon gefährlich, ganz besonders riskant ist jedoch das Tippen von Nachrichten oder das Spielen eines Spiels während der Fahrt (Link 1, Link 2).

Einige Fahrer sollen auf der Jagd nach Monstern bereits mitten auf der Straße stehengeblieben sein oder hätten auf der Autobahn gewendet. Das Nutzen des Handys am Steuer ist nicht nur gefährlich ist. Es werden außerdem 60 € fällig und man erhält einen Punkt in Flensburg, sollte man dabei erwischt werden. Auch für Fahrradfahrer besteht eine erhöhte Unfallgefahr bei der gleichzeitigen Nutzung eines Mobiltelefons. Hierfür gibt es zwar keinen Punkt, aber 25 € Geldbuße gibt es dennoch.

Für den Entwickler (und andere an der App Beteiligte) hat sich das Spiel inzwischen als Glücksgriff erwiesen. Die eigentlich kostenlose App bringt geschätzt über 1 Million Dollar Umsatz TÄGLICH. Zwar ist das Herunterladen und Spielen grundsätzlich kostenlos, das Spiel bietet jedoch die Möglichkeit, sogenannte Pokébälle zu erwerben, mit denen das Fangen der Pokémon im Spiel erleichtert wird.

Von | 2018-05-11T16:49:24+02:00 15. Juli 2016 - 9:07|Kategorien: MPU Nachrichten|Tags: , |0 Comments

About the Author:

Christopher Schwarz ist Verkehrspsychologe und Geschäftsführer bei der DMB Science & Consulting GmbH (ehemals DMB Die MPU Berater GmbH). Seit 2018 ist er als Fachpsychologe für Verkehrspsychologie (BDP) zertifiziert.

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