MPU wegen Alkohol. Alles was Sie wissen sollten!

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MPU wegen Alkohol. Alles was Sie wissen sollten! 2019-01-05T18:51:12+02:00

MPU wegen Alkohol. Alles was Sie wissen sollten!

Vorbereitung auf eine Alkohol MPU

Trunkenheit im Verkehr stellt nach wie vor die häufigste Ursache für die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung dar. Nahezu die Hälfte der durchgeführten MPUs sind Alkohol MPUs. Wurden Sie bei einer Fahrt nach vorangegangenem Alkoholkonsum erwischt, kann der Führerschein entzogen werden.

Nicht erst kurz vor der Untersuchung, sondern bereits während der Sperrzeit ist es ratsam, dass Sie sich intensiv und ggf. mit professioneller Hilfe vorbereiten. Hier finden Sie mehr Informationen zur Wiedererteilung des Führerscheins.

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Wer muss eine Alkohol MPU machen?

Die MPU wird immer dann angeordnet, wenn Sie einmalig mit einer sehr hohen Promillezahl (je nach Bundesland ab 1,6 oder 1,1 Promille) Auto gefahren sind. Auch bei weniger als 1,6 Promille kann eine MPU angeordnet werden und zwar, wenn mehr als eine Trunkenheitsfahrt aktenkundig ist.

Bayern und Baden-Württemberg waren die ersten Bundesländer, die eine MPU schon ab 1,1 Promille anordneten. Andere Länder werden voraussichtlich in Zukunft folgen. Bundesweit wird diese Regelung aber noch nicht angewendet.

Delikte außerhalb des Straßenverkehrs ebenfalls relevant

Selbst wenn Sie nicht alkoholisiert beim Auto fahren erwischt wurden, kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung angeordnet werden. Nämlich wenn der zuständigen Behörde Fakten bekannt werden, die Alkoholmissbrauch oder eine Abhängigkeit erahnen lassen (z. B. wenn wiederholt Schlägereien unter Alkoholeinfluss angefangen wurden).

Die Untersuchung läuft dann prinzipiell gleich ab, nur dass es nicht um Auffälligkeiten im Straßenverkehr, sondern um Delikte außerhalb des Straßenverkehrs geht. Auch können Abstinenzbelege gefordert werden (mehr dazu weiter unten in diesem Artikel). Die häufigsten Gründe für eine MPU sind also:

  • Alkoholfahrt mit 1,1 / 1,6 Promille (oder mehr)
  • Mehrere Trunkenheitsfahrten (z.B. zweimal mit 0,6 Promille)
  • Straftaten unter Alkoholeinfluss

Was Sie vor Ihrer MPU schon tun können

Liegt bei Ihnen noch eine Sperrfrist vor, können Sie frühestens 4 Monate vor deren Ablauf einen Antrag auf Neuerteilung bei Ihrer Behörde stellen. Den Führerschein erhalten Sie in jedem Fall erst nach Ablauf der Sperrfrist wieder.

Sie müssen allerdinge nicht sofort nach Ende der Frist Ihre MPU absolvieren. Sie können sich im Prinzip so viel Zeit lassen, wie Sie möchten. Nach 15 Jahren ohne jede weitere Auffälligkeit könnten Sie Ihren Führerschein sogar ohne MPU einfach neu machen.

Den Zeitraum vor dem möglichen MPU-Termin können Sie sinnvoll nutzen und sich durch eine professionelle MPU Vorbereitung mehr Sicherheit zum Bestehen verschaffen.

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Was passiert bei der MPU wegen Alkohol?

Sie müssen in der MPU glaubhaft machen, dass Sie wieder geeignet sind, am Straßenverkehr teilzunehmen und keine Gefahr mehr besteht, dass Sie alkoholisiert ein Fahrzeug bewegen. Sie durchlaufen in der Regel 3 „Stationen“:

  1. Medizinische Untersuchung
  2. Reaktions- und Leistungstest
  3. Explorationsgespräch (Gespräch mit einem Psychologen)

 

Medizinische Untersuchung

Im medizinischen Teil der Untersuchung wird Ihr allgemeiner Gesundheitszustand festgestellt, wie z. B. die Herzfunktion, Reflexe und Beweglichkeit. Sind Ihnen bestimmte Erkrankungen bekannt, sollten Sie sich im Vorfeld Ihrer MPU informieren, ob die Erkrankung Einfluss auf Ihre Fahreignung hat. Auch wird nach der Einnahme von Medikamenten gefragt.

Natürlich spricht der Mediziner mit Ihnen auch über Ihren Alkoholkonsum und untersucht, ob Folgeschäden durch den Konsum feststellbar sind. Sie sollten sich im Vorfeld der MPU Gedanken über Ihren früheren Konsum gemacht haben. So vermeiden Sie es, beim Arzt und Psychologen unterschiedliche Angaben zu machen.

 

Reaktions- und Leistungstests

Bei den Reaktions- und Leistungstests werden unter anderem Ihre Belastbarkeit, Ihr Reaktions- und Konzentrationsvermögen getestet. Die Textverfahren werden in der Regel an einem Computer durchgeführt und stellen für die meisten Teilnehmer der MPU kein Problem dar. Die Tests sind allerdings notwendig, damit sichergestellt werden kann, dass Sie alle Voraussetzungen zum Führen eines Kraftfahrzeuges erfüllen. Auch wenn früher oft von „Idiotentest“ gesprochen wurde, geht es bei den Computertests niemals um Ihre Intelligenz.

Selbst wenn Sie bei diesen Tests Probleme haben sollten, sind Sie nicht automatisch durchgefallen. Es gibt immer noch die Möglichkeit durch eine Fahrverhaltensbeobachtung festzustellen, ob Sie die Voraussetzungen zum sicheren Führen eines Fahrzeuges erfüllen. Hierzu müssen Sie im Anschluss an Ihre MPU mit einem Gutachter und einem Fahrlehrer im Auto eine festgelegte Strecke im Straßenverkehr zurücklegen.

 

Exploration: Psychologisches Untersuchungsgespräch

Die größte Sorge der meisten Teilnehmer einer MPU besteht darin, den psychologischen Teil der Untersuchung nicht zu bestehen. Das Gespräch beim psychologischen Gutachter kann sehr ausführlich und intim werden, worauf viele nicht vorbereitet sind.

In diesem Teil der Untersuchung werden Sie genau zu den Hintergründen Ihrer Auffälligkeiten befragt. Außerdem möchte der Psychologe wissen, was Sie unternommen haben, um zukünftige Trunkenheitsfahrten sicher vermeiden zu können. Typische Fragen in der Alkohol MPU können z.B. sein:

  • Wieso konnte es überhaupt zu einer Trunkenheitsfahrt kommen?
  • Wieviel hatten Sie getrunken und wozu?
  • Wie sah Ihr Alkoholkonsum in dem Jahr vor dem Delikt aus?
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Gespräch beim Gutachter: Seien Sie ehrlich!

Bei allen Alkoholvergehen ist es notwendig, dass Sie dem Gutachter eine Veränderung Ihres Alkoholkonsums glaubhaft machen können. Da Ihnen der Führerschein aufgrund von übermäßigem Alkoholkonsum oder fehlendem Trennvermögen zwischen Alkoholkonsum und Fahren entzogen wurde, werden sich viele Fragen um Alkohol drehen.

Es ist nicht ausreichend, dass Sie in Ihrer MPU von Reue sprechen oder einfach nur Ihre Abstinenz nachweisen. Sie müssen einen vollständigen Nachweis erbringen, dass Ihnen die Fahrt unter Alkohol eine Lehre war und so nicht mehr vorkommen wird.

Das Ziel der Alkohol MPU ist es, Zweifel an Ihrer Fahreignung auszuräumen. Können Sie diese Zweifel ausräumen, erhalten Sie Ihren Führerschein zurück. Bestehen noch geringe Zweifel, können diese eventuell durch einen Kurs ausgeräumt werden („§70-Kurs“). Bei negativem Ergebnis müssen Sie die MPU allerdings zu späterer Zeit wiederholen.

 

Keine Standardfragen in der MPU

Es gibt keine vorgefertigten Fragebögen in der MPU. Die Untersuchung orientiert sich stets am Einzelfall. Das heißt, sowohl Ihre individuelle Vorgeschichte, wie auch Ihre Antworten in der MPU selbst bestimmen den weiteren Verlauf der psychologischen Untersuchung.

Daher hat es wenig Sinn, sich im Vorfeld mögliche Antworten aus dem Internet herauszusuchen und sich eine Geschichte zusammenzubasteln. Viele MPU Gutachter verfügen über langjährige Erfahrung in der Begutachtung, wodurch es keinen Zweck hat, unehrliche Antworten zu geben. Im Gegenteil: Meist wird Ihre Ehrlichkeit in den Antworten belohnt und Unwahrheiten recht schnell erkannt.

 

Abstinenz oder Kontrolliertes Trinken?

Sollte es in Ihrem Fall notwendig sein, müssen Sie vor Ihrer MPU Alkoholabstinenz einhalten. Wenn Sie Ihre Abstinenz belegen möchten, können Sie Ihr Haar oder Urin auf das Alkoholabbauprodukt Ethylglucuronid (EtG) testen lassen.

Wird EtG in Ihrem Urin oder Haar nachgewiesen, muss davon ausgegangen werden, dass Sie nicht konsequent auf Alkohol verzichtet haben. Denn EtG entsteht im Körper nur in relevanter Menge, wenn Alkohol (Ethanol) zugeführt wurde.

Der Abstinenznachweis muss bereits vor der MPU gesammelt worden sein. Informieren Sie sich daher rechtzeitig, wo Sie ein Abstinenzkontrollprogramm absolvieren können. Am Tag der MPU selbst können Sie ebenso eine Haaranalyse abgeben.

 

Haarscreenings für die Alkohol MPU

Für das Belegen einer Alkoholabstinenz können Sie maximal drei Zentimeter Haare abgeben und somit drei Monate rückwirkend Ihre Abstinenz nachweisen. Länger bleibt EtG nicht in den Haaren zurück, es zerfällt nach dieser Zeit und ist nicht mehr nachweisbar. Auch sollten die Haare nicht getönt oder gefärbt sein, da so ein Haarscreening unter Umständen nicht verwertbar ist.

Die Kosten für ein Haarscreening unterscheiden sich stark und liegen in etwa zwischen 150 und 300 Euro.

 

Regelmäßige Urinuntersuchungen

Die Alternative zu Haarscreenings ist ein Abstinenzkontrollprogramm mit Urinscreening. Sie können sich für die Dauer von 6 oder 12 Monaten bei einer geeigneten Stelle anmelden. Im Anschluss werden Sie von dieser Stelle „unvorhersehbar“ kontaktiert und müssen innerhalb von meist 24 Stunden erscheinen und eine Urinprobe abgeben. So soll sichergestellt werden, dass Sie nie wissen, wann es zur nächsten Probe kommt.

Am Ende Ihres Abstinenzkontrollprogramms erhalten Sie eine Bescheinigung, in der vermerkt ist, dass Sie in den letzten 6 (oder 12) Monaten wahrscheinlich abstinent waren. Diese Bescheinigung nehmen Sie dann mit zur MPU und legen Sie dem Arzt und dem Psychologen vor.

Die Kosten für ein komplettes Abstinenzkontrollprogramm mit Urinscreenings liegen je nach Dauer und durchführender Stelle zwischen 200 und 600 Euro. Preise vergleichen lohnt sich hier!

 

Leberwerte in der MPU

Leberwerte werden zwar in der MPU auch noch getestet, jedoch sind diese lediglich aussagekräftig, wenn sie erhöht sind. In diesem Falle muss zunächst einmal von starkem Alkoholkonsum in der letzten Zeit ausgegangen werden.

Der Konsum wäre dann deutlich höher gewesen als es das „Kontrollierte Trinken“ gefordert hätte. Manchmal sind die Leberwerte allerdings auch durch Erkrankungen erhöht. Lassen Sie dies am besten von Ihrem Hausarzt im Vorfeld der Untersuchung abklären.

Leberwerte (z.B. GOT, GPT oder GGT) werden nicht mehr anerkannt, um eine Abstinenz glaubhaft zu machen. Nur noch Haar- und Urinuntersuchungen werden hierfür akzeptiert.

 

Brauche ich Abstinenznachweise? Verkehrspsychologen können helfen

Nicht jeder Betroffene einer MPU muss jedoch abstinent leben. Es ist sehr wohl möglich, weiterhin Alkohol zu trinken. Allerdings nur, wenn Alkohol kontrolliert konsumiert wird, sodass die eigene Fachtauglichkeit jederzeit korrekt eingeschätzt werden kann. Rauschzustände (mehr als 4 oder 5 Gläser Alkohol) sollten nicht mehr vorkommen.

Lassen Sie sich im Vorfeld Ihrer MPU in jedem Fall beraten, ob Sie Abstinenznachweise benötigen oder nicht. Oft werden falsche Empfehlungen ausgesprochen und die Betroffenen verlieren durch überflüssige Abstinenznachweise unnötig Zeit. In folgenden Fällen brauchen Sie sehr wahrscheinlich Belege Ihrer Abstinenz:

  • Es wurde eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert
  • Sie haben es in der Vergangenheit trotz vieler Versuche nicht geschafft, Ihren Konsum zu kontrollieren
  • Sie müssen bereits das 2. oder 3. Mal zur MPU wegen Alkohol
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Kosten der MPU nach Alkoholvergehen

Die MPU Kosten waren lange gesetzlich geregelt. Laut Gebührenordnung kostete eine MPU mit Alkoholfragstellung ohne zusätzliche Vergehen 402,22 Euro. Kamen weitere Fragestellungen in Ihrer MPU hinzu, erhöhten sich die Kosten natürlich. Seit dem 01.08.2018 können die MPU Begutachtungsstellen ihre Preise selbst festlegen, wodurch sich die Kosten teilweise deutlich erhöht haben. Leider findet man die Preise oft nicht mehr im Internet, weshalb man bei jeder Begutachtungsstelle die Preise direkt nachfragen muss.

Die MPU ist kostspielig, wodurch das Bestehen im ersten Anlauf für den Teilnehmer besonders wichtig ist. Mit einer Vorbereitung können Sie die Chance auf ein positives MPU Gutachten erhöhen und das Risiko minimieren, im psychologischen Gespräch nur unzureichende Angaben zu machen.

Vorbereitung auf die Alkohol MPU

Wie bei jeder MPU ist es ratsam, sich auch vor der MPU wegen Alkohol beraten zu lassen. Geeignete Stellen zur Vorbereitung sind aber schwer zu finden. In jedem Fall sollte der Berater ein Verkehrspsychologe mit entsprechender Ausbildung sein. Abzuraten ist von Gruppenseminaren oder Angeboten mit „Erfolgs-Garantie“ oder „Geld-zurück“-Versprechen. Solche Angebote sind unseriös und meist werden die Versprechen nicht gehalten.

Die Vorbereitung auf die MPU sollte die Aufarbeitung der Alkoholproblematik und die möglichen oder bereits durchgeführten Veränderungen sein. Im Endeffekt geht es um das Bestehen der MPU einerseits, aber auch darum, wie künftige Trunkenheitsfahrten vermieden werden könne. Denn das „Behalten“ des Führerscheins sollte bei der Vorbereitung auf die MPU ebenfalls eine große Rolle spielen, damit eine Teilnahme am Verkehr auch langfristig möglich ist.

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