Positives Screening durch passiven THC-Konsum

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Positives Screening durch passiven THC-Konsum

Passiver THC-Konsum kann zu positivem Urinscreening führen

Laut einer US-amerikanischen Studie kann passiver THC-Konsum zu einem positiven Urinscreening führen. Zwölf Probanden nahmen an der Studie teil, sechs Cannabis-Konsumenten und sechs Nicht-Konsumenten. Während die eine Gruppe THC in unterschiedlich hohen Konzentrationen konsumieren durfte, war die andere Gruppe nur „passiv“ beteiligt, indem sie dem entstehenden Rauch ausgesetzt war. Anschließend gaben die Nicht-Konsumenten Urinproben ab und es wurde untersucht, wie viel THC sich in den Proben nachweisen lässt. Tatsächlich konnte bei einigen Nicht-Konsumenten THC im Körper anhand eines Urinscreenings festgestellt werden, obwohl diese Probanden nicht aktiv konsumiert hatten.

 

Positives Drogenscreening in der MPU nicht mit Passivkonsum zu erklären

Bei einem positiven Urinscreening in der MPU würde man dem Betroffenen in der Regel THC-Konsum unterstellen. Die Studie zeigt aber, dass auch bei passivem THC-Konsum ein Drogentest positiv werden kann. Allerdings muss erwähnt werden, dass der THC-Konsum in der aktuellen Studie sehr intensiv war und die Probanden dem Rauch unmittelbar ausgesetzt waren. Zudem war die Belüftung des Raumes absichtlich verschlechtert worden. In einer der Versuchsbedingungen wurde der Raum so gestaltet, dass der Rauch nicht abziehen konnte. In einer anderen Versuchsbedindung wurde der Raum belüftet. Bei entsprechender Belüftung sanken auch die gemessenen THC-Werte bei den Nicht-Konsumenten. Die „Konsum-Situation“, so wie sie in der Studie vorkam, dürfte unter realen Bedingungen kaum auftreten. Als Erklärung für ein positives Urinscreening in der MPU lässt sich passiver THC-Konsum also nicht nutzen. Zumal sich jeder Betroffene, der kurz vor einer MPU (oder vor einem Drogenscreening) steht, gut überlegen sollte, ob er sich in einem unbelüfteten Raum voll mit THC-Konsumenten aufhalten möchte.

 

Link zum Artikel auf drugcom.de: http://www.drugcom.de/aktuelles-aus-drogenforschung-und-drogenpolitik/?idx=977

Original-Quelle:

Cone, E. J., Bigelow, G. E., Herrmann, E. S., Mitchell, J. M., LoDico, C., Flegel, R., & Vandrey, R. (2014). Non-Smoker Exposure to Secondhand Cannabis Smoke. I. Urine Screening and Confirmation Results. Journal of Analytical Toxicology, bku116.

 

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Von | 2018-05-11T16:49:20+02:00 26. Februar 2018 - 22:27|Kategorien: MPU Nachrichten|Tags: |0 Comments

About the Author:

Christopher Schwarz ist Verkehrspsychologe und Geschäftsführer bei der DMB Science & Consulting GmbH (ehemals DMB Die MPU Berater GmbH). Seit 2018 ist er als Fachpsychologe für Verkehrspsychologie (BDP) zertifiziert.

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