MPU Verjährung – Geht’s auch ohne MPU?

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MPU Verjährung – Geht’s auch ohne MPU?

Bei Verlust der Fahrerlaubnis aufgrund von Drogen oder Alkohol am Steuer, wird häufig eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Viele Betroffene fragen sich, ob es eine MPU Verjährung gibt, also ob man nach einer bestimmten Zeit den Führerschein auch ohne MPU zurückbekommt. So könnte man die MPU umgehen und würde darüber hinaus Kosten für MPU und MPU Vorbereitung sparen.

Alles verjährt nach 10 Jahren – oder doch nicht?

Im deutschen Rechtssystem ist es tatsächlich so, dass Einträge und Informationen in Akten nicht unbegrenzt verwendet werden dürfen. In der Regel verjährt jede Tat nach 10 Jahren und ist dann auch nicht mehr im polizeilichen Führungszeugnis zu finden. Wer also beispielsweise wegen Diebstahls im Jahre 2002 verurteilt wurde, dessen Führungszeugnis sollte im Jahre 2013 keinen Hinweis mehr auf dieses Delikt liefern.

Auch im Straßenverkehrsrecht gelten solche Fristen – die sogenannte Tilgungsfrist. Wer im Jahr 2005 mit mehr als 1,6 Promille im Straßenverkehr erwischt wurde, der bekam sehr wahrscheinlich eine MPU angeordnet. Geht diese Person im Jahre 2016 zur zuständigen Führerscheinstelle, um einen Antrag auf Neuerteilung zu stellen, dann müsste der Eintrag in der Führerscheinakte doch längst verjährt sein. Oder etwa nicht?  Sie wollen Ihren Führerschein wiedererteilt bekommen? Hier finden Sie mehr Informationen dazu.

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MPU Verjährung erst nach 15 Jahren möglich

Tatsächlich ist es etwas komplizierter. Geregelt sind die Tilgungsfristen in § 29 StVG. Hier finden sich in Absatz (1) Fristen von zwei Jahren und sechs Monaten bis hin zu zehn Jahren. In Absatz (5) allerdings wird darauf hingewiesen, dass diese Frist erst dann beginnt, wenn eine Fahrerlaubnis neu ausgestellt wurde oder spätestens fünf Jahre nach dem Entzug / Verzicht.

Das bedeutet: Wer nach einem Entzug der Fahrerlaubnis gar keine MPU macht und somit auch keinen Führerschein erhält, der kann erst 15 Jahre später darauf hoffen, dass alle Einträge aus der Akte verschwunden sind. So könnte man die MPU mit viel Warten tatsächlich umgehen. Die Frage, ob sich das lohnt, ist berechtigt.

EU-Führerschein keine Alternative

Einige versuchen außerdem mit dem EU-Führerschein die MPU zu umgehen. Hiervon kann aber nur dringend abgeraten werden. Es ist nicht sicher, ob dieser Führerschein in Deutschland überhaupt gilt. Außerdem wurden schon viele Betroffene von dubiosen „Führerschein-Vermittlern“ abgezockt. Wer nach einem Fahrerlaubnis-Entzug schnell wieder ins Auto steigen möchte, für den bleibt meist nur der legale Weg der MPU.

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About the Author:

Christopher Schwarz ist Verkehrspsychologe und Geschäftsführer bei der DMB Science & Consulting GmbH (ehemals DMB Die MPU Berater GmbH). Seit 2018 ist er als Fachpsychologe für Verkehrspsychologie (BDP) zertifiziert.

11 Comments

  1. Jens Rölert 5. Juli 2019 at 17:14 - Reply

    Hallo, Herr Schwarz. Ich habe eine dringende Frage. Folgender Sachverhalt: 98 Führerscheinentzug, 2004 mit Alkohol ohne Lappen gefahren, ich habe seitdem weder einen neuen Führerschein beantragt noch mir weiteres zuschulden kommen lassen. Dieses Jahr Ende März habe ich eine Wiedererteilung beantragt, somit sind 15 Jahre seit dem letzten Vorfall verstrichen, trotzdem soll ich eine Mpu machen. Ist das so richtig? Ich habe da Zweifel.

    • Christopher Schwarz 8. Juli 2019 at 15:20 - Reply

      Hallo Herr Rölert,

      sind seit dem Vorfall 2004 mehr als 15 Jahre vergangen oder hat sich hier womöglich etwas überschnitten? Es könnte sein, dass es erst später im Jahr ein Urteil oder Ähnliches gab und deshalb da erst die Frist zu laufen begonnen hat. Das sollten Sie mit der Führerscheinstelle klären.
      Falls Sie die MPU nicht machen möchten, ziehen Sie in jedem Fall Ihren Antrag zurück und lassen Sie keine Fristen verstreichen. Sonst beginnen unter Umständen die Verjährungsfristen wieder von vorne!!!

      Mehr kann ich ohne weitere Infos und Unterlagen leider nicht sagen.

      Viele Grüße,
      C. Schwarz

  2. Flocke 24. Januar 2019 at 1:10 - Reply

    Ich habe mein fs freiwillig abgegeben 2007, wegen Drogen in der Probezeit. Kann man eine neuerteilung beantragen ohne zur Mpu zu müssen. Bitte antworten Sie. Lg

  3. Flocke 9. Januar 2019 at 1:28 - Reply

    Hallo. Habe mein Führerschein wegen Drogen 2017 abgegeben.war in der Probezeit. Seitdem nicht mehr auffällig geworden. Bekomme ich meinen Fall einfach so wieder ohne die Mpu zu machen.

    • Christopher Schwarz 20. Januar 2019 at 14:22 - Reply

      Hallo,

      wenn Sie Ihren Führerschein wirklich 2017 abgegeben haben (nicht 2007?). dann dürfte der Vorfall noch aktenkundig und eine MPU wahrscheinlich notwendig sein.

      Viele Grüße,
      C. Schwarz

  4. Ina H. 7. Januar 2019 at 19:51 - Reply

    Hallo. Habe 2006 meinen Führerschein abgeben müssen . Muss ich jetzt immer noch mit einer MPU rechnen.

    • Christopher Schwarz 20. Januar 2019 at 14:23 - Reply

      Hallo Ina,

      das erfahren Sie bei Ihrer zuständigen Fahrerlaubnisbehörde (an Ihrem Wohnsitz). Am besten rufen Sie dort einmal an oder lassen sich einen Termin geben.
      Falls der Entzug 2006 war, ist die Frist von 15 Jahren auf jeden Fall noch nicht abgelaufen.

      Viel Erfolg,
      C. Schwarz

  5. Schmidt, Sebastian 6. Januar 2019 at 23:05 - Reply

    Guten Tag,

    Wenn die 15 Jahre rum sind, beantragt man dann den Führerschein einfach bei der Führerscheinstelle und bekommt ihn wieder? Gibt es dafür irgendwelche Auflagen? Oder verfällt dann der „gehabte“ Führerschein und man muss ihn neu machen?

    LG Sebastian

    • Christopher Schwarz 20. Januar 2019 at 14:25 - Reply

      Hallo Herr Schmidt,

      nach einem Entzug der Fahrerlaubnis gibt es keinen Führerschein mehr. Die „alte“ Erlaubnis ist erloschen und der Führerschein wird in der Regel vernichtet. Sowohl bei einer Neuerteilung nach 15 Jahren, wie auch nach einer früheren Neuerteilung (z.B. bei bestandener MPU), wird eine komplett neue Fahrerlaubnis erteilt und ein neuer Führerschein ausgestellt (neues Bild etc.)
      Nach Ablauf der 15 Jahre muss allerdings in der Regel der Führerschein auch komplett neu gemacht werden, das heißt mit Fahrstunden, theoretischer und praktischer Prüfung und allem drum und dran.

      Viele Grüße,
      C. Schwarz

  6. Steffi Arndt 22. August 2018 at 17:56 - Reply

    Hallo, wenn man eine Sperrfrist hat, die 2019 im März abgelaufen ist, dann kommen noch 5 Jahre Karrenzzeit dazu, hat man die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen. Es kann doch nicht rechtens sein, wenn der Antrag abgelehnt wurde, dass die Sperrfrist von 10 Jahren erneut beginnt?! Was hat man für Möglichkeiten? Vielen Dank.

    • Christopher Schwarz 23. August 2018 at 16:45 - Reply

      Hallo Frau Arndt,

      Sie meinen wahrscheinlich nicht die „Sperrfrist“, die sich verlängert, sondern die Tilgungsfrist? Das heißt, die Zeit, nach der Vorgänge in Ihrer Akte gelöscht werden.
      Tatsächlich können hier deutlich mehr als 10 Jahre vergehen, weil sich die Frist verlängert, wenn die Behörde neue „Entscheidungen“ trifft. Bestehen Sie z. B. eine MPU nicht und die Behörde entscheidet, dass Sie Ihren Führerschein nicht zurück erhalten, verlängert sich die Frist.
      Man sollte also darauf achten, dass nach negativer oder nicht absolvierter MPU der Antrag auf Neuerteilung zurückgezogen wird (von Ihnen selbst). Sonst entscheidet die Behörde und damit verlängert sich die Frist wieder. Nicht unbedingt sinnvoll, aber rechtens.
      Ich hatte schon Klienten mit Delikten, die mehr als 20 Jahre zurücklagen. Dies lässt sich aber in der Regel vermeiden, wenn Sie Anträge immer rechtzeitig zurückziehen.

      Viele Grüße,
      C. Schwarz

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