MPU Abstinenznachweis – notwendig oder nicht?

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MPU Abstinenznachweis – notwendig oder nicht? 2018-05-11T16:49:14+02:00

MPU Abstinenznachweis – notwendig oder nicht?

MPU AbstinenznachweisJedes Jahr werden fast 100.000 Medizinisch-Psychologische Untersuchungen (oft fälschlicherweise „Idiotentest“ genannt) in Deutschland durchgeführt. Bei einer MPU mit dem Schwerpunkt Alkohol oder Drogen wird häufig ein sogenannter „Abstinenznachweis“ gefordert. Hierzu gibt es bei den Betroffenen erfahrungsgemäß sehr viele offene Fragen. Viele Beiträge im Internet zu diesem Thema, sei es auf Informationsseiten oder in MPU Foren, liefern nur unbefriedigende Antworten. Dieser Beitrag versucht auf häufige Fragen zum Thema Abstinenznachweis einzugehen.

 

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Wie kann ich meine Abstinenz in der MPU belegen?

Sie können Ihre Abstinenz belegen, wenn Sie im Vorfeld Ihrer MPU an einem Abstinenzkontrollprogramm teilgenommen haben. Dieses können Sie bei fast allen Begutachtungsstellen für Fahreignung (TÜV Süd, TÜV Hessen oder DEKRA) durchführen. Außerdem bieten Ärzte mit entsprechender Fortbildung Abstinenznachweise an. Hier finden Sie mehr Informationen zur Wiedererteilung des Führerscheins.

Die Überprüfung Ihrer Abstinenz geschieht mit Hilfe von „Screenings“, z. B. per Haaranalyse oder Urinprobe. Bei Drogenscreenings wird Ihr Haar oder Ihr Urin auf diverse Suchtmittel untersucht. Bei Alkoholscreenings wird auf den Abbaustoff Ethylglucuronid (EtG) untersucht.

Sollten alle Screenings im Laufe eines Kontrollprogramms negativ ausfallen (die entsprechende Substanz konnte nicht nachgewiesen werden), dann erhalten Sie eine Bescheinigung von der durchführenden Stelle und können diese bei Ihrer Untersuchung vorlegen.

 

Vorsicht bei veralteten Informationen zum Thema Abstinenz

Früher reichten oft Leberwerte aus, um so seine Alkoholabstinenz nachzuweisen. Diese Methode ist jedoch veraltet und wird nicht mehr akzeptiert. Die Kriterien zum Bestehen der MPU werden nämlich stetig aktualisiert und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst (zuletzt 2009 und 2014). Daher können sich entscheidende Kriterien zum Thema Abstinenz im Laufe der Zeit verändern.

Vorsicht: Beratungsstellen, Therapeuten und andere Stellen, die in einen Interessenskonflikt geraten könnten, dürfen keine Screenings mehr durchführen. Das heißt, dass Sie keine Screenings bei einer MPU Beratungsstelle machen sollten. Auch nicht, wenn die Stelle einen Arzt beschäftigt.

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Abstinenznachweis bei einer MPU wegen Drogenkonsum

Wenn Sie mit Drogen erwischt worden sind und deshalb eine MPU absolvieren müssen, dann brauchen Sie immer einen Abstinenzbeleg, um die MPU positiv zu absolvieren. Das heißt, Sie müssen konsequent auf den Konsum von Drogen verzichten. In der Regel benötigen Sie einen Nachweis von einem Jahr. War die Drogenproblematik nicht besonders stark ausgeprägt, dann reichen unter Umständen auch 6 Monate nachweisbarer Abstinenzzeitraum, z. B. wenn Sie „nur“ gelegentlich THC konsumiert haben.

Abstinenznachweis bei einer MPU wegen Alkohol

Bei einer MPU wegen Alkohol kommt es darauf an, wie stark die Alkoholproblematik bei Ihnen ausgeprägt war. Wichtige Indikatoren sind z. B. wie viel und wie oft Sie Alkohol getrunken haben, wieviel Promille am Tattag gemessen wurden, was Ihre Trinkmotive waren und ob Sie negative Konsequenzen, die durch Ihren Alkoholkonsum entstanden sind, ignoriert haben. Aus der Aktenlage einer Trunkenheitsfahrt allein lässt sich noch nicht sicher sagen, ob und wie lange Sie Alkoholscreenings sammeln müssen. Eventuell kommt auch Kontrolliertes Trinken für Sie in Frage. Hier sollten Sie sich gut von einem Verkehrspsychologen beraten lassen. Am besten persönlich unter Vorlage aller wichtigen Unterlagen (Führerscheinakte, Polizeiberichte oder Gerichtsurteile).

 

Abstinenznachweis allein reicht nicht zum Bestehen der MPU

Viele Betroffene glauben, dass zum Bestehen der MPU ein Nachweis der Abstinenz ausreichend ist. Dies ist keineswegs so! Der Abstinenznachweis, den Sie in Ihrer MPU vorlegen, dient lediglich dazu, Ihre „Geschichte“ glaubhaft zu untermauern. Außerdem sagt der Beleg Ihrer Abstinenz nur etwas über die vergangenen Monate aus, nämlich dass Sie es in diesem Zeitraum geschafft haben, auf den Konsum zu verzichten.

Die viel wichtigere Frage in der MPU ist allerdings, ob Sie es schaffen, auch in Zukunft auf den Konsum zu verzichten. Und diese Frage können Sie nicht mit den Abstinenznachweisen beantworten. Hier müssen Sie zeigen, dass Sie sich intensiv mit Ihrer Vergangenheit und den Ursachen Ihres Konsums auseinander gesetzt haben.

Am besten nutzen Sie die Zeit, die Sie für die Durchführung des Abstinenzkontrollprogramms benötigen, für eine intensive MPU Vorbereitung. Sie sollten es vermeiden, sich erst kurz vor Ihrer MPU mit Ihren Delikten und Ihrer Vergangenheit zu beschäftigen.

 

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