Kiffer häufiger arbeitslos

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Kiffer häufiger arbeitslos

Faul und verpeilt – das ist ein gängiges Klischee des Kiffers. Es gibt aber tatsächlich einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum und Arbeitslosigkeit. Wie sehen aber Ursache und Wirkung aus?

 

Studien zeigen einen Zusammenhang

In einer älteren schwedischen Studie wurde bereits ein Zusammenhang erkannt: ein früher Einstieg in den Cannabiskonsum erhöhte das Risiko, später zeitweilig arbeitslos zu sein. Arbeitslosigkeit gilt aber auch als großer Risikofaktor für eine Entwicklung in die Abhängigkeit.

Ist Cannabiskonsum also die Ursache für Arbeitslosigkeit? Oder führt die Arbeitslosigkeit zu einem verstärkten Kiffen?

Über 1.000 Personen aus Christchurch wurden ab dem 18. Lebensjahr 15 Jahre lang begleitet. Das Forschungsteam befragte etwa alle 5 Jahre die Probanden zu ihrem Cannabiskonsum und zu den Phasen von Arbeitslosigkeit in den zurückliegenden Jahren. Die Probanden wurden außerdem zu Depressionen und Angststörungen befragt, um auch den Einfluss anderer Faktoren in die Studie einfließen zu lassen. Ebenso wurden alle relevanten Lebensereignisse, wie Probleme in der Partnerschaft oder Todesfälle erfasst.

 

Zusammenhang ist gegenseitig ursächlich

Die Probanden hatten der Auswertung zufolge ein 2,9-fach erhöhtes Risiko für eine Cannabisabhängigkeit, wenn sie mindestens einmal länger als 3 Monate arbeitslos waren. Es gibt aber auch einen umgekehrten Zusammenhang. Cannabisabhängige haben ein 2,8-fach erhöhtes Risiko für Arbeitslosigkeit. Bei problematischem Alkoholkonsum gibt es etwa gleiche Effekte, diese sind allerdings weniger stark ausgeprägt.

Der Wissenschaftler Joseph Boden und sein Team gehen von einem gegenseitigen Zusammenhang aus. Cannabisabhängigkeit kann sowohl Ursache als auch Folge einer Arbeitslosigkeit sein. Da in Neuseeland Cannabis illegal ist, geht das Forscherteam von einem größeren Zusammenhang von Cannabis und Arbeitslosigkeit aus, als bei Alkohol. Eventuell spielen noch weitere Faktoren, wie z.B. die Verwicklung in kriminelle Aktivitäten eine Rolle.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass auch belastende Lebensereignisse einen Einfluss aufs Kiffen, aber auch auf die Arbeitslosigkeit haben. Nach Meinung des Forschungsteams sollte dieser Zusammenhang in zukünftigen Studien genauer untersucht werden.

Mehr Infos zum Thema finden Sie auf drugcom.de: http://www.drugcom.de/aktuelles-aus-drogenforschung-und-drogenpolitik/macht-kiffen-arbeitslos/

 

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Von | 2018-05-11T16:49:23+02:00 6. April 2017 - 10:03|Kategorien: MPU Nachrichten|Tags: |0 Comments

About the Author:

Christopher Schwarz ist Verkehrspsychologe und Geschäftsführer bei der DMB Science & Consulting GmbH (ehemals DMB Die MPU Berater GmbH). Seit 2018 ist er als Fachpsychologe für Verkehrspsychologie (BDP) zertifiziert.

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