MPU Mythen entzaubert – Folge 3

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MPU Mythen entzaubert – Folge 3

Viele Mythen ranken sich um die MPU und die MPU Vorbereitung. Im Internet häufen sich falsche oder unseriöse Informationen. Wir entzaubern in unserer Mini-Serie einige der häufigsten Mythen rund um die MPU und hoffen damit einigen Betroffenen die Angst vor der MPU nehmen zu können.

Mythos 3: „Die MPU ist doch nur Geldmacherei“

Viele Betroffene ärgern sich darüber, eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren zu müssen. Aufgrund fehlender oder falscher Informationen wird der Nutzen der MPU oft angezweifelt. Einige meinen sogar, die MPU sei ein Mittel des Staates, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Was ist da dran?

Der Staat verdient an der MPU (fast) nichts

Zum einen muss gesagt werden, dass Begutachtungsstellen für Fahreignung (also die Stellen, die die Medizinisch-Psychologische Untersuchung durchführen) in der Regel gar keine staatlichen Stellen sind. Stellen, die MPUs durchführen dürfen, sind unter anderem der TÜV Hessen, Dekra oder die pima-mpu GmbH (Liste aller Begutachtungsstellen in Deutschland). Diese Unternehmen sind privatwirtschaftlich organisiert und unterliegen lediglich einer staatlichen Kontrolle, sie sind „amtlich anerkannt“, aber dennoch unabhängig vom Staat.

Auch dass die einzelnen TÜV-Unternehmen nicht zusammen gehören, sondern einzelne Unternehmen darstellen, ist vielen nicht bekannt. So sind TÜV Nord und TÜV Süd seit jeher Konkurrenten – ähnlich Apple und Microsoft – und nicht etwa aus einem Unternehmen hervorgegangen, wie z. B. Aldi Nord und Aldi Süd. Der TÜV Hessen gehört tatsächlich zu einem gewissen Prozentsatz dem Land Hessen. Warum „der Staat“ dennoch nicht an der MPU verdient, wird im nächsten Absatz klarer.

Die MPU ist viel zu billig

Auch wenn das gesamte Prozedere des Führerscheinentzugs aus Prozesskosten, Geldstrafe, MPU und MPU Vorbereitung die Betroffenen eine ganze Stange Geld kosten kann, so ist die MPU selbst doch relativ günstig zu haben. Beim Preis der MPU gibt es keinen Wettbewerb zwischen den einzelnen Begutachtungsstellen. Die Preise sind gesetzlich vorgeschrieben in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt). Und diese Preise sind für das, was bei so einer Begutachtung der Fahreignung alles geschieht, durchaus als günstig zu betrachten. Die „billigste“ MPU kostet die Betroffenen circa 350 € (z. B. eine MPU wegen Punkten oder Straftaten). Hiervon müssen unter anderem bezahlt werden:

  • ein Arzt mit Fortbildung im Bereich Verkehrsmedizin
  • ein Psychologe mit einjähriger Ausbildung zum Gutachter
  • ein Testleiter, der bei Reaktions- und Leistungstest assistiert
  • Verwaltungsangestellte der Begutachtungsstelle

Hinzu kommen noch weitere Ausgaben, etwa für Miete und Weiterbildungen der Mitarbeiter. Letztendlich bleibt von den Kosten einer MPU relativ wenig übrig. Die geringen Preise der MPU werden seit Jahren von den Begutachtungsstellen angeprangert. Viele freiberufliche Gutachter arbeiten für eine Bezahlung, die weit unter dem Durchschnittslohn eines freiberuflichen Psychologen liegt. Die Sektion Verkehrspsychologie des BDP hat sich deshalb bereits in einem offenen Brief an den Verkehrsminister Dobrindt gewandt. Lesen Sie hier weiter über unsere Beratungstelle der MPU Vorbereitung in Berlin.

Und wer verdient an der MPU?

Leider muss man sagen, dass tatsächlich die Personen am meisten an der MPU verdienen, die im Vorfeld der MPU dubiose Vorbereitungskurse zu horrenden Summen anbieten. Durch falsche Versprechen wie „Bestehens-Garantien“ oder „Führerschein ohne MPU“-Werbeslogans werden die Betroffenen neugierig gemacht. Letztendlich wird viel Geld verlangt für eine Dienstleistung, die höchst fragwürdig ist.

Die MPU Beratung und Vorbereitung ist in Deutschland keiner Regulierung unterworfen. Das bedeutet, dass sich jede Person „MPU Berater“ nennen darf, ob sie nun qualifiziert ist oder nicht. Dadurch werden viele Betroffene im Vorfeld ihrer MPU schlecht beraten und zahlen dafür viel mehr als nötig. Deshalb wird von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) empfohlen, sich nur bei ausgebildeten Verkehrspsychologen in Beratung zu begeben. Diese verfügen über die notwendige Kompetenz bei der MPU Beratung und die Preise sind weit unter dem, was für (falsche) Garantien verlangt wird. Wir haben eine Checkliste für Sie erstellt, mit der Sie seriöse von unseriösen Angeboten leichter unterscheiden können.

Warum gibt es die MPU überhaupt?

Zu guter Letzt soll aber auch noch deutlich werden, warum es die MPU überhaupt gibt, wenn die Begutachtungsstellen so wenig daran verdienen. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung hat sich in Deutschland seit Jahren etabliert, um einen Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leisten. Nur solche Kraftfahrer (oder allgemein: Verkehrsteilnehmer), die massiv durch Fehlverhalten aufgefallen sind, müssen eine MPU absolvieren. Der Entzug der Fahrerlaubnis dient also zunächst einmal der Gefahrenabwehr – bevor ein schlimmerer Unfall geschieht, wird die Fahrerlaubnis sicherheitshalber entzogen.

Da es ungerecht wäre (rechtlich jedoch möglich), die Fahrerlaubnis auf Lebenszeit zu entziehen, hat jeder Betroffene die Chance, seinen Führerschein zurück zu erhalten. Vorher muss jedoch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung mit positiver Prognose absolviert worden sein. Bei der MPU soll überprüft werden, ob die Person aus ihrem Fehlverhalten gelernt hat und davon auszugehen ist, dass es in Zukunft nicht zu weiteren Auffälligkeiten kommen wird. Wer einsichtig ist und aus seinem Verhalten in der Vergangenheit gelernt hat, hat gute Chancen, die MPU zu bestehen und seinen Führerschein zurück zu bekommen.

 

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Von | 2018-05-11T16:49:21+02:00 6. September 2017 - 14:55|Kategorien: MPU Mythen|Tags: , , |0 Comments

About the Author:

Christopher Schwarz ist Verkehrspsychologe und Geschäftsführer bei der DMB Science & Consulting GmbH (ehemals DMB Die MPU Berater GmbH). Seit 2018 ist er als Fachpsychologe für Verkehrspsychologie (BDP) zertifiziert.

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