MPU Mythen entzaubert – Folge 2

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MPU Mythen entzaubert – Folge 2

Viele Mythen ranken sich um die MPU und die MPU Vorbereitung. Im Internet häufen sich falsche oder unseriöse Informationen. Wir entzaubern in unserer Mini-Serie einige der häufigsten Mythen rund um die MPU und hoffen damit einigen Betroffenen die Angst vor der MPU nehmen zu können.

Mythos 2: „Zum Bestehen der MPU braucht man eine gute Lügengeschichte.“

Viele Betroffene glauben, dass man die MPU (nur dann) bestehen kann, wenn man sich eine gute Geschichte überlegt und diese glaubhaft rüber bringt. Damit einher geht oft die Annahme, dass der Gutachter in der MPU einen festen Fragenkatalog durch geht und man die entsprechenden Fragen und Antworten nur auswendig lernen braucht. Dem ist aber nicht so.

Zu allererst: Wer in der MPU flunkert und dabei auffliegt, erhält in der Regel ein negatives Gutachten. Wer nicht die Wahrheit sagen kann oder sagen möchte, hat kaum Chancen die MPU zu bestehen. Denn bevor der Gutachter die eigentliche Fragestellung der Führerscheinstelle beantwortet, wird zunächst einmal geklärt:

  • Ob Sie aufgeschlossen sind und dem Gutachter die Informationen mitteilen, die er zum Anfertigen des Gutachtens braucht
  • Ob Ihre Angaben frei von Widersprüchen sind
  • Ob Ihre Angaben wissenschaftlichen Erkenntnissen oder der Aktenlage widersprechen
  • Ob Ihre Angaben den medizinischen Befunden widersprechen (z. B. Blutalkoholmessungen)

Diese Punkte sind in den Beurteilungskriterien (die „Bibel“ der Gutachter) definiert und werden in JEDER Medizinisch-Psychologischen Untersuchung überprüft.

Wie man die MPU garantiert nicht besteht – Zwei Beispiele

Frau A. wurde in der Probezeit mit 145 km/h in einer Baustelle geblitzt, in der nur 80 km/h erlaubt waren. Sie versucht dem Gutachter zu erklären, dass sie nie im Leben 145 km/h gefahren sei. Das wäre ja lebensmüde und außerdem seien die Messgeräte ja auch nicht immer 100 prozentig genau…

Frau A. leugnet ihr Fehlverhalten und zweifelt die Schwere ihrer Tat an, obwohl sie hierfür rechtskräftig verurteilt wurde. Hätte sich die Situation tatsächlich anders zugetragen, hätte Frau A. nach ihrer Verurteilung Einspruch einlegen können. Da sie dies nicht getan hat, gilt das Urteil als von Frau A. akzeptiert. Wenn sie die Angelegenheit in der MPU nun ganz anders darlegt, widerspricht sie damit der Aktenlage. So wird ein positiver Ausgang ihrer MPU unwahrscheinlich. Der Gutachter will, dass Sie die Verantwortung für Ihre Delikte übernehmen und einsichtig sind. Wer leugnet, der besteht die MPU nicht.

 

Herr B. wurde mit 1,8 Promille beim Autofahren erwischt. Er erzählt dem Gutachter, dass dies ein einmaliger Fehltritt gewesen sei. Er vertrage ja sonst überhaupt nicht so viel Alkohol. Da aber an diesem besonderen Tag ausgerechnet…

Diese Strategie wird von einigen Betroffenen in der MPU angewandt. Es wird versucht, die Angelegenheit klein zu reden und als einmaliges Fehlverhalten darzustellen. Nach dem Motto: „Ich habe natürlich kein Problem mit Alkohol. Ich habe nur dieses eine Mal über die Stränge geschlagen.“ Leider passt diese Schilderung ganz und gar nicht zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, aus denen man klar ableiten kann, dass eine Person nur solch hohe Mengen Alkohol vertragen kann (1,8 Promille), wenn Sie Alkohol gewohnt ist. Das bedeutet, Herr B. hat sicherlich mehr als einmal große Mengen Alkohol zu sich genommen. Fragen Sie mal den Sieger eines Marathons nach dem Zieleinlauf, ob er das erste Mal eine lange Strecke gelaufen sei. Die Antwort kennen Sie. Ohne Fleiß kein Preis. Mit der oben erwähnten Strategie wäre Ihr „Preis“ ein MPU Gutachten mit negativer Prognose.

So überzeugen Sie den MPU Gutachter

Ihre Angaben in der MPU müssen alle nachvollziehbar und plausibel sein. Wenn Sie sich eine Lügengeschichte ausdenken und dem Gutachter präsentieren, werden in dieser Geschichte zwangsläufig Lücken auftauchen. Es wird Fragen geben, auf die Sie keine Antwort haben werden. Auch werden Sie sich vielleicht an einigen Stellen selbst widersprechen. Das alles zeigt dem Gutachter, dass an ihrer Geschichte etwas nicht stimmt. Der Gutachter verfügt über viel mehr Erfahrung in Sachen MPU als Sie. Er kennt sich mit dem Thema bestens aus und hat viele Geschichten schon etliche Male gehört. Tappen Sie nicht in die Falle, indem Sie mit einer Lügengeschichte bei der MPU aufkreuzen.

Unsere Empfehlungen für die MPU lauten daher stets:

  • Sagen Sie in der MPU die Wahrheit
  • Lügen Sie den Gutachter nicht an
  • Erfinden Sie keine Geschichte für die MPU

MPU Vorbereitung sollte kein Schauspiel-Unterricht sein

Das Gute daran: Wenn Sie in der MPU die Wahrheit sagen, wird Ihnen der Gutachter in der Regel glauben. Die Wahrheit lässt sich mit so vielen Details und Hintergrundinformationen darlegen, dass ein stimmiges Bild entsteht. Da Sie auch auf Nachfragen antworten können, klingt Ihre Geschichte plausibel. Eine professionelle MPU Vorbereitung dient nicht dazu, eine möglichst glaubhafte Geschichte zu erfinden, sondern Ihre individuelle Geschichte entsprechend aufzuarbeiten. Gemeinsam suchen wir die Ursachen für Ihre Delikte in der Vergangenheit und erarbeiten Strategien, damit Sie in Zukunft nicht wieder im Straßenverkehr auffallen werden. Genau darum geht es in der MPU: Es soll festgestellt werden, ob Sie die Gründe für Ihr auffälliges Verhalten erkannt und entsprechende Veränderungen vollzogen haben.

Wie Sie sehen, ist der Mythos „Zum Bestehen der MPU braucht man eine gute Lügengeschichte“ definitiv falsch.

Wenn Sie daran zweifeln, ob Sie mit Ihrer wahren Geschichte überhaupt eine Chance in der MPU haben, dann rufen Sie uns doch einfach an. Wir können Ihnen erklären, warum auch Sie eine Chance haben, die MPU zu bestehen.

 

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Von | 2018-05-11T16:49:21+02:00 28. August 2017 - 12:48|Kategorien: MPU Mythen|Tags: , |0 Comments

About the Author:

Christopher Schwarz ist Verkehrspsychologe und Geschäftsführer bei der DMB Science & Consulting GmbH (ehemals DMB Die MPU Berater GmbH). Seit 2018 ist er als Fachpsychologe für Verkehrspsychologie (BDP) zertifiziert.

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