Tilidin

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Tilidin

Das synthetisch hergestellte Arzneimittel Tilidin wird zur Bekämpfung von starken Schmerzen genutzt. Es gehört zur Gruppe der Opioide, welche vor allem im Gehirn die Weiterleitung von Schmerzreizen verhindern bzw. hemmen. In höherer Dosierung kann Tilidin körperlich abhängig machen und fällt daher als Einzelpräparat unter das Betäubungsmittelgesetz. Es kann – zumeist bei chronischen Schmerzen als Retardkapseln – jedoch von einem Arzt verschrieben werden, wenn das Arzneimittel mit dem Gegenspieler Naloxon kombiniert wird. Dieser ist in einer so geringen Menge enthalten, dass er die Wirkung des Tilidins bei normalem Gebrauch nicht aufhebt, sondern erst bei einer Überdosierung. In Kombination und als Retardpräparat fällt Tilidin nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Die Einnahme von Tilidin kann zu vermindertem Reaktionsvermögen und Aufmerksamkeitsstörungen führen. Zwar steht es nicht unter Strafe, unter Tilidin-Einfluss am Straßenverkehr teilzunehmen. Trotzdem kann bei Auffälligkeiten ein Bluttest angeordnet werden, was zu einem zumindest vorläufigen Entzug der Fahrerlaubnis führen kann. Die Einnahme von Tilidin wird in einem erweiterten Drogenscreening für die MPU ebenfalls überprüft. Andere Nebenwirkungen sind beispielsweise Verstopfung, Erbrechen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Im Falle einer Überdosis oder in Kombination mit Alkohol, Drogen oder anderen Medikamenten kann die Atmung derart abflachen, dass der Tod des Konsumenten eintritt.

Von | 2015-10-07T20:10:19+02:00 7. Oktober 2015 - 20:09|Kommentare deaktiviert für Tilidin

About the Author:

Christopher Schwarz ist Verkehrspsychologe und Geschäftsführer bei der DMB Science & Consulting GmbH (ehemals DMB Die MPU Berater GmbH). Seit 2018 ist er als Fachpsychologe für Verkehrspsychologie (BDP) zertifiziert.